Go to Top

51st Street Station

Auf dem Weg zur Ausstellung, – zur ersten Ausstellung in New York. Auch wenn Walter Schönenbröcher bereits auf mehrere Ausstellungen in Deutschland, Italien und Großbritannien verweisen kann: der Big Apple ist etwas Besonderes. Die Weltstadt an der Ostküste vereint beispielhaft sämtliche Aspekte der Vereinigten Staaten, ihre Faszination und ihre Widersprüche.

Manhattan, in der Subway Station 51st Street: hier rauscht das Leben an einem vorbei. Ein- und ausfahrende Untergrund-Bahnen im Minutentakt. Der Fotograf nutzt diese winzige Zeitspanne, um einen Blick auf die Menschen zu werfen, die auf die nächste Bahn warten. Die auf 8 Exponate reduzierte Serie stellt die Frage nach dem Einzelnen inmitten der Millionenstadt. Beschäftigt mit dem Smartphone oder den Blick ins Unbestimmte gerichtet. Dann ein Gruppenbild: zwei Männer, der eine im Business Outfit, der andere leger mit Shorts und Turnschuhen. Und zuletzt die unbelebte Wand, konzentriertes Muster aus Kacheln und Schildern.

Der Fotograf stellt Fragen, doch er will sie nicht beantworten. Es sind Geschichten, die sich im Auge des Betrachters abspielen, der hier ein New York „in a nutshell“ zu sehen bekommt. Geschickt nutzt Walter Schönenbröcher die Stahlträger des gegenüberliegenden Bahnsteigs, um das Geschehen mit einem Rahmen zu stabilisieren. Diese Umklammerung intensiviert das konservatorische Moment, unterstreicht und betont die Rolle des Fotografen als Chronisten. Es sind quasi meditative Augenblicke, die die Fotos einfangen. Die wenigen Minuten des Wartens auf den nächsten Zug werfen die Menschen auf sich selbst zurück. Ganz so wie New York in diesen Bildern auf den Mensch zurückgeworfen ist.