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Green Wall

Soho – quirliges, buntes Viertel inmitten der Metropole London. Hier im West End zeigt sich die britische Hauptstadt von ihrer unkonventionellen Seite. Der Stadtteil, bekannt aus Brechts Dreigroschenoper oder diversen Edgar Wallace-Filmen, präsentiert sich kreativ und offenherzig.

Und dann … eine grüne Wand. Was ging dem Fotografen Walter Schönenbröcher durch den Kopf, als er dieses architektonische Element während eines London-Trips entdeckte? Abseits der großen Wege, in einer Seitenstraße gelegen, kommt auch hier das urbane Leben nicht zum Stillstehen. Es ist die faszinierende Mischung aus Beständigkeit und Bewegung, die das Auge des Fotografen reizt. Was für die Fußgänger Alltag ist, ist für Schönenbröcher ein herausragender Moment in der 8,5 Millionen-Stadt. Für 5 Minuten hält er mit der Kamera die Zeit an und bannt die Green Wall auf die Speicherkarte. Herausgekommen ist eine Serie, deren Bilder im wahrsten Sinne des Wortes Fotokunst sind. Die Fotografie, als Mittel zum Zweck, muss beherrscht werden. Kunst ist das, was vorher noch nicht da war: was nur der persönliche Blick des Fotografen dem Alltag entreißen kann.

Mit seiner Serie Green Wall lässt Walter Schönenbröcher Assoziationen freien Lauf. Sowohl den eigenen, als auch denen der Betrachter. „Es sah für mich aus, als wenn diese Menschen die Natur schon gar nicht mehr kennen würden“, so beschreibt er seine Gedanken und verweist auf das farbliche Konzept der Exponate. Das Grün symbolisiert die gebändigte und in künstliche Formen gegossene Natur als typische Großstadterscheinung. Ob die Passanten sie noch wahrnehmen? Einmal innehalten vor dieser ausgreifenden, grünen Wand? Einmal nachdenken, welchen Wert sie für jeden einzelnen von ihnen haben kann? Doch noch ein großer Schritt, – und die Wand liegt hinter ihnen. Der Großstadtdschungel hat sie wieder aufgenommen.